EU-Jahresbericht zur Lage der Regionen und Städte 2025

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Weit mehr als ein Haushalt – Wichtigste Punkte des EU-Jahresberichts 2025

Am 16. Juli 2025 hat die Europäische Kommission den Vorschlag für den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) vorgelegt. Dieser Vorschlag wirft zahlreiche Fragen über die zukünftige Entwicklung Europas auf. Mehr als je zuvor werden die Entscheidungen, die bei der Ausarbeitung dieses MFR getroffen werden, die Geschichte unseres Kontinents bestimmen.

Es sind umfangreiche und bedeutende Änderungen geplant. Angesichts dessen benötigen wir einen wirklich demokratischen Prozess. Dabei müssen sich alle EU-Institutionen darüber einig werden, welche langfristigen Ziele der EU auf welche Weise finanziert werden sollen und welches Governance-Modell zum Einsatz kommen soll.

Die Regionen und Städte dürfen nicht übergangen werden. Im Gegenteil, wir müssen sie stärken"

Kata Tüttő

Präsidentin des Europäischen Ausschusses der Regionen

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Kapitel 1

KOHÄSION

  1. 1. Wettbewerbsfähigkeit

Mehr als 170 Strategien für intelligente Spezialisierung sind dank der Kohäsionspolitik bereits umgesetzt worden.

Die Umgestaltung des EU-Binnenmarkts und die Umsetzung des Deals für eine saubere Industrie erfordern einen ortsbezogenen Ansatz und dezentrale Energie- und Innovationsstrategien. 

  • 2. Gerechter Übergang
  • 46 % Rückgang bei der Automobilproduktion zwischen Januar 2019 und Dezember 2024

    Das Ziel, einen gerechten Übergang sicherzustellen, wird im neuen MFF-Vorschlag aufgegeben. Dabei sollte es vielmehr ausgeweitet werden, damit noch mehr Regionen mit emissions- und energieintensiven Industrien davon profitieren können. 

    1. 3. Sozialer und erschwinglicher Wohnraum

    1,2 Millionen Menschen in der EU sind obdachlos (das entspricht der Bevölkerung von Amsterdam).

    In den Städten und Regionen fehlen geschätzt 270 Milliarden Euro pro Jahr für Investitionen in den Wohnungsbau. Um diese Lücke zu schließen, brauchen sie dringend eine stärkere Unterstützung durch die EU.

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    Kapitel 2

    RESILIENZ

    1. 1. Natürliche Ressourcen

    Allein im Jahr 2024 haben Überschwemmungen in Europa Schäden in Höhe von rund 18 Milliarden Euro verursacht.

    Städte und ländliche Gebiete benötigen dringend stärkere EU-Investitionen in naturbasierte Lösungen und kreislauforientierte Wassersysteme.

  • 2. Energie
  • 47 Millionen Menschen in Europa konnten ihre Wohnungen im vergangenen Winter nicht ausreichend heizen.

    Die Kohäsionspolitik muss weiterhin Mittel für Energieeffizienz und erneuerbare Energien bereitstellen, um diejenigen zu unterstützen, die am stärksten unter steigenden Energiepreisen leiden.

    1. 3. Sicherheit

    6 von 10 Europäerinnen und Europäern fühlen sich nicht auf Notfälle oder Katastrophen vorbereitet.

    Die neue Sicherheits- und Verteidigungsagenda der EU muss stärkere Investitionen in die Regionen und Städte vorsehen.

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    Kapitel 3

    BÜRGERNÄHE

    1. 1. Demografischer Wandel

    12 Jahre weniger Lebenszeit

    Ein in Severozapaden (BG) geborenes Kind hat eine Lebenserwartung von 73,9 Jahren, bei einem Kind aus der Region Madrid (ES) beträgt diese 86,1 Jahre.

    Die EU muss verstärkt soziale und wirtschaftliche Maßnahmen ergreifen, um die Regionen beim demografischen Wandel zu unterstützen.

  • 2. Dienstleistungen von allgemeinem Interesse
  • Die Ausgaben für die allgemeinen öffentlichen Dienstleistungen betrugen in der EU im Jahr 1995 noch 9,5 % des BIP. Im Jahr 2023 sind sie auf 5,9 % des BIP gesunken.

    Die Regionen, und insbesondere ländliche Gebiete, die mit Abwanderung und Bevölkerungsüberalterung zu kämpfen haben, benötigen maßgeschneiderte EU-Unterstützung, um Dienstleistungen von allgemeinem Interesse und grundlegende Infrastrukturen aufrechtzuerhalten.

    1. 3. Geschlechtersensible Maßnahmen vor Ort

    Die Beseitigung des geschlechtsspezifischen Gefälles in der EU könnte bis 2050 bis zu 3,15 Billionen Euro an BIP mobilisieren.

    Die Beschäftigungsquote von Frauen ist nach wie vor um zehn Prozentpunkte niedriger als die der Männer. Um diese Situation zu ändern, sind gezielt eingesetzte Mittel, eine bessere Betreuungs- und Pflegeinfrastruktur sowie inklusive politische Maßnahmen notwendig.